Berufliches Trainingszentrum Dortmund GmbH
 

Unterstützte Beschäftigung im BTZ Dortmund

Von Joscha Nitsche und Miriam Mehlem
Quelle: impulse - Magazin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung

Menschen mit psychischen Erkrankungen haben es oftmals schwer auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance zu bekommen. Bei unserer täglichen Arbeit in der Unterstützten Beschäftigung erleben wir dies immer wieder. Insbesondere da jede Erkrankung unterschiedlich ausgeprägt ist und viele Facetten hat. Alle Teilnehmer_innen haben einen individuellen Unterstützungsbedarf und spezifische Anforderungen. Die größte Herausforderung ist es, Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass die Integration von psychisch erkrankten Arbeitnehmern durchaus gelingen kann.

Das BTZ Dortmund versteht sich als kompetenter Anbieter für berufliche Trainingsmaßnahmen zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben psychisch behinderter oder von psychischer Behinderung bedrohter Menschen. Das Maßnahmeangebot erstreckt sich von einer Abklärungsmaßnahme über Integrationsmaßnahmen bis hin zur Maßnahme der Unterstützten Beschäftigung.

Was unterscheidet die UB im BTZ Dortmund von anderen UB-Angeboten?

Die Maßnahme UB im BTZ Dortmund ist speziell für den Personenkreis der psychisch erkrankten Erwachsenen ausgerichtet und ist ein fest integrierter Bestandteil der Maßnahmeangebote des BTZ Dortmund. In anderen Einrichtungen, liegt die Spezialisierung vorwiegend auf dem Personenkreis der lernbehinderten und/oder geistig behinderten Menschen und spricht in der Regel auch einen jüngeren Personenkreis an.

Konkret liegt das Alter der Teilnehmer_innen der UB im BTZ Dortmund durchschnittlich zwischen 40 und 50 Jahren. Häufig vorkommende Erkrankungen sind depressive Störungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen und schizoaffektive Störungen. Die meisten unserer Teilnehmer_innen leiden zudem, zusätzlich zur psychischen Erkrankung, unter körperlichen Einschränkungen oder auch Lernbehinderungen.

Insbesondere die immer häufiger auftretende Kombination aus Lernbehinderung und psychischer Erkrankung stellt eine große Herausforderung für Integration in den Arbeitsmarkt dar. Hierfür wird eine intensive kognitive und seelische Unterstützung benötigt, die nur durch eine enge Begleitung durch die Maßnahmebetreuer_ innen möglich ist.

Der anfängliche Zeitraum der Orientierungsphase dient neben der Eingewöhnung dem Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen den Teilnehmer_innen und den Maßnahmebetreuer_innen. Aufgrund gemachter, oftmals stigmatisierender Erfahrungen, in Bezug auf die psychische Erkrankung, dauert die Phase der Vertrauensbildung oftmals länger, als bei Menschen mit anderen Krankheiten.

Das bietet die UB des BTZ Dortmund:

Individualität, Flexibilität, Orientierung, Engmaschige Begleitung

  • Passende Arbeitsaufträge
  • Interessenorientierte Planung
  • Arbeitszeitgestaltung vor Ort und während der Praktika
  • Wohnortnahe Platzierung
  • Erarbeitung realistischer Ziele
  • Erprobung in Praktika
  • Entwicklung von Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen
  • Unterstützung bei Krisen, Konflikten im Betrieb oder Umfeld

Weiterhin dient die Orientierungsphase der Feststellung des individuellen Unterstützungsbedarfs und der Abklärung, welches berufl iche Ziel in Frage kommt. Die Maßnahmebetreuer_innen erstellen mit den Teilnehmer_innen ein Fähigkeitsprofil bzgl. der Stärken und Schwächen und werten, unter anderem mit Hilfe der Verfahren MELBA und AVEM, die allgemeine Leistungsfähigkeit aus.

Fähigkeitsprofil

  • Grundsätzliche Eignung
  • allgemeine Leistungsfähigkeit
  • Stärken und Schwächen
  • besondere Fähigkeiten
  • Unterstützungsbedarf
  • Eigenmotivation
  • soziale Kompetenz

In der sich anschließenden Qualifizierungsphase durchlaufen die Teilnehmer_ innen im BTZ Dortmund ein intensives Bewerbungstraining, im Rahmen dessen vor allem auch thematisiert wird, wie die Teilnehmer_innen im Bewerbungsprozess mit ihren psychischen Erkrankungen und den oftmals damit einhergehenden langfristigen Krankheitsphasen im Lebenslauf umgehen möchten.

Die Frage, ob und in welchem Maße mit der Diagnose offen umgegangen werden sollte, ist immer wieder Thema während des Maßnahmeverlaufs. Die Diagnosen der Rehabilitand_innen sind in ihren Ausprägungen sehr unterschiedlich und die Befürchtung der Stigmatisierung durch Vorurteile oder bestehendes Halbwissen, aber auch durch gemachte, negative Erfahrungen am alten Arbeitsplatz, ist sehr groß.

Zu diesem Thema werden mit den Teilnehmer_innen neue Denkweisen und Strategien erarbeitet, damit diese die notwenigen positive Erfahrungen machen können, um selbstständig in Vorstellungsgesprächen agieren zu können. Bei Bedarf findet jedoch gerade zu Beginn eine Begleitung bei den Gesprächen statt.

Sozialtraining

  • Erfolge wahrnehmen
  • Selbstsicherheit im Arbeitsleben
  • realistische Selbsteinschätzung
  • Souveräne Kommunikation
  • Kontaktaufnahme
  • Ziele setzen und erreichen
  • Umgang mit Grenzen
  • Stressbewältigung
  • Umgang mit Kollegen
  • und Vorgesetzten
  • Kritik annehmen und geben

Auch im Rahmen von Sozialtrainings arbeiten die Teilnehmer_innen an ihren Fähigkeiten, Denkweisen und an ihrer Wahrnehmung. Bei Bedarf werden die Trainings im späteren Verlauf der Maßnahme wiederholt.

Die Qualifizierungsphase beinhaltet in der Regel mehrere Praktika in unterschiedlichen Betrieben und Arbeitsfeldern des allgemeinen Arbeitsmarktes. Während der Praktika werden die Teilnehmer_innen durch die Maßnahmebetreuer_innen in dem Umfang begleitet, der individuell erforderlich ist. Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass unsere Teilnehmer_innen Wert darauf legen, alleine zu agieren, da sie vermeiden wollen, als psychisch krank oder unselbständig „abgestempelt“ zu werden. Demzufolge ist eine intensive Vorbereitung und praktische Einübung im geschützten Rahmen der UB erforderlich.

In den Betrieben findet ein individuelles Jobcoaching statt, um sowohl den Betrieb als auch die Teilnehmer_innen passgenau zu unterstützen. Dies beinhaltet konkrete Hilfen zur Bewältigung der Arbeitsaufgaben, sei es durch erneutes Erklären, durch Mithilfe bei den Tätigkeiten oder durch Einübung der Tätigkeiten außerhalb des Betriebes. Bei unserem Personenkreis ist es eher selten, dass die Begleitung 1:1 in den Betrieben erfolgt. Wie bereits beschrieben, ist es unseren Teilnehmer_innen meist sehr wichtig, so „normal“ wie möglich behandelt zu werden, was mit einschließt, dass eine Begleitung vor Ort in der Regel nicht gewünscht ist. Dies empfinden die Teilnehmer_innen oftmals als entmündigend und als ein schlechtes Bild vor den Kollegen. Von größter Bedeutung sind hier regelmäßige Feedback-Gespräche, in denen Informationen und Handlungen mit allen Beteiligten thematisiert werden und die Teilnehmer Bestätigung, aber auch kokonstruktive Kritik erhalten.

In der sich anschließenden Stabilisierungsphase, in der es um die dauerhafte Festigung und Stabilisierung während eines betrieblichen Praktikums geht, ist die Vermittlung von berufsübergreifenden Lerninhalten und Schlüsselqualifikationen wesentlicher Bestandteil.

Grundvoraussetzung für diese Phase der Maßnahme ist die Übereinstimmung von Fähigkeits- und Anforderungsprofil. Durch regelmäßige Praktikumsbesuche, Förderplangespräche und eine engmaschige Begleitung wird der Verlauf überprüft. Es ist zu beachten, dass angesichts der psychischen Erkrankungen, die Arbeitsleistung schwanken kann und über einen längeren Zeitraum beobachtet werden muss. Insbesondere der, im Gegensatz zu anderen Erkrankungen, instabile, wenig vorhersagbare Krankheitsverlauf, bedeutet eine Herausforderung für alle am Prozess beteiligten und macht eine intensive Unterstützung notwendig. In den Betrieben werden dazu vorab gemeinsame Lösungen für krisenhafte Phasen besprochen, unter anderem die Anpassung der Arbeitsstunden, bis eine erneute Stabilität erreicht wird.

Jobcoaching

  • Motivation fördern
  • Veränderungen einleiten
  • Entwicklung gemeinsamer, konkreter Ziele
  • Integration in den Betrieb
  • Einarbeitung in Arbeitsaufgaben
  • Kontakt zu Kollegen und
  • Vorgesetzten entwickeln
  • Selbstreflexion fördern
  • Anforderungen anpassen
  • Beratung des Betriebes
  • Kommunikation verbessern
  • weiterführende Hilfen organisieren und einleiten
  • Krisen begleiten und auflösen

Bei Erfüllung der Voraussetzungen und Bestätigung der entsprechenden Leistungsfähigkeit von Seiten des Betriebes wie auch des Teilnehmers, wird der Übergang in ein Arbeitsverhältnis eingeleitet. Alternativ wird mit den Teilnehmer_innen der Übergang in eine WfBM eingeleitet, wenn dies den Wünschen und Fähigkeiten entspricht. Die Art des individuellen Jobcoachings führt in der UB des BTZ Dortmund nach wie vor zu einer guten Vermittlungsquote.

Die Individualität der Teilnehmer_innen und ihrer verschiedensten Erkrankungsverläufe verlangen ein individuelles Vorgehen und die Orientierung an den wechselnden Badarfen während der Rehabilitation. Die zur Zielerreichung notwendigen Ressourcen und Potenziale des Patienten wie Selbstvertrauen, Motivation, Hoffnung und Interessen müssen über den gesamten Maßnahmeverlauf gestärkt werden. Auch der Rückfallprophylaxe muss Aufmerksamkeit geschenkt werden, da erneute psychische Krisen die zukünftige Erwerbstätigkeit negativ beeinfl ussen können. Trotz der anspruchsvollen Komplexität der psychischen Erkrankungen, wird durch Anpassung und Gestaltung der Maßnahmebedingungen sowie wertschätzender Kommunikation die notwendige Unterstützung geleistet, damit der schwierige Weg der Integration auf den Arbeitsmarkt für die Betroffenen ein Erfolg wird.

Diagramm der Vermittlungsquote der Maßnahme UB im BTZ Dortmund

Joscha Nitsche

Kontakt und nähere Informationen
BTZ Dortmund GmbH
Rheinische Str. 210, 44147 Dortmund
Tel.: 0231 – 913042-69
Mail: joscha.nitsche@btz-do.de

Miriam Mehlem

Kontakt und nähere Informationen
BTZ Dortmund GmbH
Rheinische Str. 210, 44147 Dortmund
Tel.: 0231 – 913042-69
Mail: miriam.mehlem@btz-do.de
Speisenplan der BTZ-Kantine
Mittagsmenü für 4,30 €
in unserer Kantine
von 11:45 bis 13:00 Uhr
mit täglich wechselnden Gerichten
Menü I: Normalkost (m. Fleisch)
Menü II: Vegetarisch (fleischlos)
die ganze Woche anzeigen
  • Montag, 15.10.2018
    Menü I: Dortmunder Pfefferpotthast
    mit Salzkartoffeln,
    dazu Gewürzgurke
    Menü II: Paprikagemüse
    mit Petersilienreis
    und Salat
  • Dienstag, 16.10.2018
    Menü I: Hackbraten
    mit Bohnengemüse
    und Nudeln
    Menü II: Bunte Nudeln "Diavolo"
    dazu Grana Padano
    und ein kleiner Salat
  • Mittwoch, 17.10.2018
    Menü I: Bunte
    Tortellini-Pfanne

    mit Hähnchenbrust- streifen
    Menü II: Tortellini-Pfanne
    mit Gemüse
  • Donnerstag, 18.10.2018
    Kohlrabi-Möhren-Eintopf
    dazu eine Bockwurst
    Menü II: Kohlrabi-Möhren-Eintopf
    dazu ein Brötchen
  • Freitag, 19.10.2018
    Menü I: Lauch-Fisch-Auflauf
    Menü II: Bandnudeln
    mit Steckrübensauce
  • Alternativ halten wir jeden Tag ein zusätzliches Gericht für Sie bereit. (Solange der Vorrat reicht)
    Semmel-Käse-Knödel
    auf Rote Betekraut
  • Änderungen vorbehalten.
    Auf Zusatzstoffe wird bei der Zubereitung der Speisen weitestgehend verzichtet.
    Allergie auslösende Stoffe entnehmen Sie bitte dem Aushang an der Essenausgabe.
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